Leichte sommerliche Köstlichkeiten
Wenn der Sommer auftischt, wird das Kochen zum reinen Vergnügen. Hier sind zwölf Rezepte mit saisonalen Produkten für eine Person. Das Spektrum reicht von einfach bis aufwendig, von vegan über vegetarisch und multivor, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mit den Schritt-für-Schritt-Anleitungen gelingen dir diese Köstlichkeiten garantiert.
Der Sommer tischt auf. Wenn du aufmerksam einkaufst, musst du nur noch kochen.
Wenn die Tage lang und heiß sind, ist die Auswahl an köstlichem Obst und Gemüse schier unüberschaubar. Keine andere Jahreszeit bietet eine vergleichbare Fülle an frischen Zutaten, die ohne beheizte Gewächshäuser fast wie von selbst reifen und die keine langen Transportwege hinter sich haben, bis sie im Laden angekommen sind.
Und das Aroma erst: Sonnenverwöhnte Tomaten, Pfirsiche, deren Saft dir am Kinn hinunterläuft, wenn du nur hineinbeißt. Zucchini, Auberginen, Mais, Paprika, Karotten, dazu frische Kräuter mit ihren unvergleichlichen Duftwolken, zum Nachtisch frische Beeren. Der Gang über den Markt ist ein Erlebnis für alle Sinne, das zum Schwelgen, zum Genießen einlädt.
Trotzdem greifen wir vor lauter Bequemlichkeit oft zu dem, was wir im Supermarkt finden, dort, wo wir sowieso nach Feierabend einkaufen und wo alles Obst und Gemüse prinzipiell das ganze Jahr über verfügbar ist, nur der Preis schwankt saisonal. Dafür ist der Geschmack durchgehend gleich – langweilig. Die wässrigen Tomaten aus niederländischen Treibhäusern, die faden Erdbeeren aus Spanien, die noch grün geerntet werden, damit sie den Transport überstehen, und so weiter.
Falls du deine Ernährungsgewohnheiten ändern möchtest, ist jetzt genau die richtige Zeit. Denn wo die Zutaten reich an Aromen sind, braucht es nur wenige Ergänzungen. Nie war – und ist – das Zubereiten leckerer Gerichte einfacher als im Sommer. Grund genug, dich jetzt in der eigenen Küche zu versuchen.

Warum Saisonalität und Regionalität wichtig sind
Wenn du saisonal und regional einkaufst, leistest du eine ganze Reihe wichtiger Beiträge für Umwelt und Klima, aber auch für den Erhalt regionaler Kultur und Arbeitsplätze. Obendrein schmecken frisch geerntete Produkte deutlich besser als solche, die bereits einen langen Weg hinter sich haben.
Die Klimabilanz auf deinem Teller
Das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg untersuchte die ökologischen Fußabdrücke von 200 Lebensmitteln. Das Ergebnis überrascht wenig: Frische, saisonal und regional angebaute Produkte hinterlassen deutlich weniger Spuren als importierte und/oder saisonfremde Waren.
Tomaten, die im Sommer in Deutschland gewachsen sind, haben einen CO2-Fußabdruck von weniger als 300 Gramm pro Kilogramm. Werden sie hingegen im Winter im Treibhaus gezogen, sind es 3 Kilo Kohlendioxid für die gleiche Menge Früchte. Wichtig ist auch zu wissen, dass Saisonalität wichtiger ist als Regionalität. Ein Apfel, der in der Region angebaut wurde und danach monatelang im Kühlhaus lagerte, schneidet schlechter ab als sein Bruder, der im Sommer aus Frankreich kommt.
Der Einkauf auf dem Wochenmarkt ist die beste Gelegenheit, beides unter einen Hut zu bringen. Das Obst und Gemüse dort stand in der Regel am Morgen noch auf dem Feld und wurde nur kurz mal in die Stadt gefahren. Und den Bummel über den Markt kannst du zum Plauschen, zum Probieren und zum Fachsimpeln nutzen.
Der Geschmack ist das entscheidende Argument
Wenn du einmal eine noch sonnenwarme Tomate direkt vom Feld, aus dem Garten oder vielleicht sogar von deinem eigenen Balkon probiert hast, weißt du, dass die Klimabilanz zwar ein wichtiger Grund für Regionalität und Saisonalität ist, aber sicher nicht der einzige.
Saisonale Produkte reifen unter natürlichen Bedingungen. Sie haben die besten Voraussetzungen, die vollen Aromen zu entwickeln. Das ist selbst im besten Treibhaus nicht möglich. Aber es macht ihren Genuss so unvergleichlich.
Die ganze Fülle des Sommers
In Mitteleuropa findest du von Anfang Juni bis weit in den September eine außergewöhnliche Vielfalt an frischen Zutaten: Den Anfang macht beim Gemüse der Spargel, gefolgt von Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi. Kurz darauf folgen Tomaten, Zucchini und Kürbisse, dann Paprika und Auberginen, Gurken, Fenchel, Mais, Erbsen, Bohnen und, nicht zu vergessen, die Salate.
Früher schon sind die Früchte reif, zunächst die Erdbeeren. Auf sie folgen Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren. Dann kommen Pfirsiche, Nektarinen, Melonen, Pflaumen und Mirabellen.
Und als ob das nicht schon genug wäre, locken jetzt auch noch Fische und Meeresfrüchte aus nordischen Gewässern, aber auch aus regionalen Flüssen und Seen. Zumindest mir fällt es manchmal schwer, mich bei der ganzen Fülle auf nur wenige Zutaten festzulegen.

Zwölf Rezepte für sommerliche Genüsse
Die Rezepte, die du hier findest, sind nach dem Aufwand sortiert, die ihre Zubereitung erfordert. Sie arbeiten ausschließlich mit regionalen Zutaten, die Mengenangaben sind für eine Person.
1. Kalte Gurkensuppe mit Minze und Joghurt
Vegan möglich · Küche: Mediterran · Aufwand: ★ · Zeit: 10 Minuten
Dies ist eine der schnellsten und unaufwendigsten Sommersuppen überhaupt. Weil du nicht einmal den Herd benutzen musst, eignet sie sich besonders für die ganz heißen Tage oder wenn es sehr schnell gehen muss.
Zutaten:
- Eine große Salatgurke (etwa 350 Gramm schwer)
- 150 Gramm griechischen Joghurt (oder Kokosjoghurt für die vegane Variante)
- Eine Knoblauchzehe
- Zehn Blätter frische Minze
- Den Saft einer halben Zitrone
- Einen Esslöffel Olivenöl
- Nach Belieben Salz und Pfeffer
Zubereitung:
- Schäle die Gurke, halbiere sie längs. Schabe die Kerne mit einem Löffel heraus, das macht die Suppe cremiger und weniger wässrig. Schneide die Gurkenhälften in grobe Stücke.
- Püriere Gurkenstücke, Joghurt, Knoblauch, einen Großteil der Minzblätter, Zitronensaft und Olivenöl in einem Mixer glatt.
- Schmecke mit Salz und Pfeffer ab. Stelle die Suppe anschließend für eine Viertelstunde kalt.
- Beträufle die Suppe zum Servieren mit einem Schuss Olivenöl, lege die übrigen Minzblätter darauf. Optional kannst du Chili-Flocken oder gerösteten Sesam hinzufügen.
Wenn du die Suppe lieber dünner magst, kannst du zwei bis drei Esslöffel kaltes Wasser oder etwas Weißwein hinzufügen. Diese Suppe hält im Kühlschrank bis zu zwei Tage.
2. Bruschetta mit Heirloom-Tomaten und Basilikum
Vegan · Küche: Italienisch · Aufwand: ★ · Zeit: 15 Minuten
Eine Bruschetta ist wohl das ehrlichste und bodenständigste Gericht der italienischen Küche: Du benötigst dafür nicht mehr als ein gutes Brot, frische Tomaten, Knoblauch und natürlich Olivenöl. Und es braucht auch nicht mehr, wenn die Tomaten wirklich aromatisch sind.
Zutaten:
- Zwei Scheiben Ciabatta, hilfsweise Sauerteigbrot
- Zwei reife Heirloom-Tomaten zu etwa 200 Gramm (wenn möglich, verschiedenfarbig)
- Eine Knoblauchzehe zum Einreiben des Brots
- Acht frische Basilikumblätter
- Zwei Esslöffel Olivenöl
- Fleur de Sel, frisch gemahlener Pfeffer nach Belieben
Zubereitung:
- Schneide die Tomaten in Würfel mit etwa einem Zentimeter Kantenlänge und lasse sie in einem Sieb gut abtropfen (das verhindert, dass nachher das Brot durchweicht).
- Röste die Brotscheiben auf dem Grill oder in einer Pfanne ohne Öl goldbraun. Pass‘ dabei mit der Hitze auf.
- Reibe die noch heißen Brotscheiben sofort mit der halbierten Knoblauchzehe ein. Das Aroma dringt in die raue Oberfläche des Brots, ohne aufdringlich zu schmecken.
- Verteile die Tomatenwürfel großzügig auf den Brotscheiben. Zupfe die Basilikumblätter darüber (schneide sie nicht, da dann die Schnittflächen schwarz anlaufen).
- Beträufle sie mit Olivenöl, schmecke mit Pfeffer und Fleur de sel ab und iss die Bruschetta sofort.
Die Qualität des Olivenöls ist ebenso entscheidend wie die der Tomaten. Frisches Öl aus Sizilien, der Toskana oder aus Griechenland statt dem aus dem Supermarkt macht den Unterschied zwischen gut und sehr gut aus.s Olivenöls entscheidet hier über alles. Kalt gepresstes, frisch geerntetes Öl aus Sizilien, der Toskana oder Griechenland ist der Unterschied zwischen gut und unvergesslich.

3. Wassermelonen-Feta-Salat mit Minze und schwarzem Pfeffer
Vegetarisch · Küche: Griechisch · Aufwand: ★ · Zeit: 10 Minuten
Der süß-salzige Kontrast zwischen der Wassermelone und dem Feta macht den Reiz dieses Rezepts aus. Für die Zubereitung dieses Gerichts brauchst du keinerlei Kochkenntnisse.
Zutaten:
- 300 Gramm geschälte Wassermelone
- 60 Gramm Feta
- Acht frische Minzblätter
- Einen Esslöffel Olivenöl
- Frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
- Wenn du magst, einen Teelöffel Honig oder einen Spritzer Limettensaft
Zubereitung:
- Schneide die Wassermelone in gleichmäßig große Stücke von etwa drei Zentimetern Kantenlänge. Richte sie auf einem Teller oder in einer flachen Schale an.
- Bröckle den Feta grob über die Melone. Wenn du ihn ordentlicher magst, darfst du auch Würfel schneiden.
- Reiße die Minzblätter in Stücke und streue sie ebenfalls über das Gericht.
- Beträufle das Ganze mit Olivenöl und schmecke mit dem schwarzen Pfeffer großzügig ab.
- Wenn du magst, gibst du noch einen Spritzer Limettensaft oder einen Hauch Honig dazu.
Melone und Feta solltest du erst kurz vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank holen und den Salat gleich nach der Zubereitung verzehren, da die Melone sonst schnell alles verwässert.
Die südländische Küche ist reich an leckeren Sommerrezepten. Kein Wunder bei dem Füllhorn, das die Natur dort ausschüttet.
4. Gazpacho Andaluz
Vegan · Küche: Spanisch · Aufwand: ★★ · Zeit: 20 Minuten + 2 Stunden Kühlen
Die kalte spanische Nationalspeise ist eine echte Überraschung. Auch für sie musst du dich nicht an den Herd stellen, sondern kannst dich auf Mixer und Kühlschrank beschränken. Entscheidend fürs Ergebnis sind die Qualität der Tomaten und eine gute Kühlung.
Zutaten:
- 400 Gramm sehr reife Tomaten
- Eine halbe rote Paprikaschote
- Ein geschältes Viertel einer Salatgurke
- Eine kleine Scheibe altbackenes Weißbrot (etwa 30 Gramm)
- Eine Knoblauchzehe
- Zwei Esslöffel Sherry-Essig
- Vier Esslöffel Olivenöl
- Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel zum Abschmecken
Zubereitung:
- Weiche das Brot kurz in kaltem Wasser ein und drücke es anschließend aus.
- Hacke die Tomaten grob, schneide Paprika und Gurke in kleine Stücke.
- Stelle einige Paprika- und Gurkenwürfel beiseite.
- Gib den Rest des Gemüses zusammen mit Knoblauch, dem Essig, dem Brot und zwei Esslöffeln Olivenöl in einen leistungsfähigen Mixer. Püriere zwei Minuten auf höchster Stufe.
- Streiche die Suppe durch ein mittelfeines Sieb. Kerne und Hautfetzen bleiben in ihm hängen, die Suppe erhält eine seidige Textur.
- Schmecke mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und dem restlichen Olivenöl ab.
- Stelle die Suppe für mindestens zwei Stunden kalt.
- Serviere in einem tiefen Teller. Dekoriere mit kleinen Paprika- und Gurkenwürfeln sowie einem Basilikum- oder Petersilienblatt.
Je länger Gazpacho zieht, desto besser wird er. Wenn du ihn am Abend zubereitest und am nächsten Mittag genießt, haben sich die Aromen voll entfaltet.

5. Pasta fredda mit Rucola, Kirschtomaten und Ricotta salata
Vegetarisch · Küche: Sizilianisch · Aufwand: ★★ · Zeit: 20 Minuten
Kalte Pasta ist die sizilianische Antwort auf heiße Sommertage. Sie wird zwar gekocht, aber kalt gegessen.
Zutaten:
- 100 Gramm Farfalle oder Fusilli
- Zehn Kirschtomaten
- 40 Gramm Rucola
- 30 Gramm Ricotta salata (ersatzweise milder Feta)
- Zwei Esslöffel Olivenöl
- Eine Knoblauchzehe
- Salz, schwarzer Pfeffer und Chiliflocken zum Abschmecken
Zubereitung:
- Koche die Pasta in gut gesalzenem Wasser al dente. Gieße sie anschließend ab und vermenge sie sofort mit einem Löffel Olivenöl. Breite sie zum Abkühlen flächig auf einem Teller aus.
- Schäle den Knoblauch und hacke ihn fein.
- Halbiere die Kirschtomaten, mische sie mit einer kleinen Prise Salz und dem Knoblauch und lasse sie zehn Minuten ziehen.
- Vermenge die abgekühlte Pasta mit den Tomaten, dem Rucola und einem Löffel Olivenöl. Schmecke mit Salz, Pfeffer und den Chiliflocken ab.
- Bröckle die Ricotta salata mit einer Gabel grob über die Pasta. Bitte rühre sie nicht ein.
- Stelle die Pasta fredda für mindestens zehn Minuten kalt, bevor du sie verzehrst.
Dieses Gericht soll richtig kalt sein. Wenn du sie am Abend vorher zubereitest und am nächsten Tag erst kurz vor dem Essen aus dem Kühlschrank holst, schmeckt sie perfekt.nk geholt, perfekt.
Die gute Sommerküche beruht auf dem Vertrauen in die Zutaten und die Entscheidung, sie nicht zu sehr zu verarbeiten.
6. Gebratene Zucchini mit Zitronenjoghurt und Kräutern
Vegetarisch · Küche: Levantinisch · Aufwand: ★★ · Zeit: 20 Minuten
Dieses leckere Gericht aus der Levante ist einfach in der Zubereitung, aber geschmacklich ein echtes Erlebnis. Der Trick liegt in der hohen Gartemperatur, die der Zucchino braucht, um zu karamellisieren, statt zu dämpfen.
Zutaten:
- ein mittelgroßer Zucchino (etwa 200 Gramm)
- 100 Gramm griechischer Joghurt
- Abrieb und Saft einer halben Zitrone
- eine Knoblauchzehe
- je eine Handvoll Minze, Petersilie und Dill
- Zwei Esslöffel Olivenöl
- Salz, schwarzer Pfeffer, Pul Biber (türkische Chiliflocken) zum Abschmecken
- Warmes Fladenbrot
Zubereitung:
- Backe das Fladenbrot nach der Anleitung im Backofen auf.
- Schäle in der Zwischenzeit den Knoblauch und hacke ihn sehr fein.
- Wasche die Zitrone gut ab, halbiere sie und reibe die Schale der einen Hälfte mit der Küchenreibe ab.
- Vermenge den Joghurt mit dem Knoblauch, dem Zitronenabrieb und einem Spritzer Zitronensaft. Schmecke die Mischung mit Salz ab und streiche sie flach auf einem Teller aus.
- Schneide den Zucchino in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben. Salze diese großzügig von beiden Schnittseiten. Lasse sie fünf Minuten ruhen, damit das Salz das Wasser entziehen kann. Tupfe sie dann mit einem Küchentuch trocken.
- Erhitze eine Pfanne (aus Gusseisen oder Edelstahl) stark, bis sie leicht zu rauchen beginnt. Gib das Olivenöl hinein und die Zucchinischeiben sofort dazu. Lasse diese von jeder Seite für zwei bis drei Minuten goldbraun braten. Rühre dabei nicht in der Pfanne.
- Richte die gebratenen Zucchinischeiben auf dem Joghurt an. Bestreue sie mit den Kräutern und dem Pul Biber. Träufle noch etwas Olivenöl darüber.
- Serviere mit dem warmen Fladenbrot.
Der Zucchino darf richtig heiß und dunkel werden. Bei zu wenig Hitze wird er matschig.

7. Thunfischsteaks mit Kapern-Zitronen-Butter und Bohnen
Multivor · Küche: Französisch-Mediterran · Aufwand: ★★★ · Zeit: 25 Minuten
Im Sommer gehört frischer Thunfisch zur Küche des Mittelmeers. Für dieses Rezept wird er kurz gebraten, damit er in der Mitte medium rare ist, außen aber eine schöne, knusprige Kruste bekommt. Dazu eine Kapern-Butter-Sauce, deren Zubereitung nur drei Minuten dauert, und das Gericht ist vollständig.
Zutaten:
- ein Thunfischsteak (etwa 180 Gramm, mindestens zwei Zentimeter dick)
- 100 Gramm frische grüne Bohnen
- Ein Esslöffel Butter
- Ein Esslöffel kleine Kapern
- Der Saft einer halben Zitrone
- Ein Teelöffel Dijon-Senf
- Zwei Esslöffel Olivenöl
- Salz und schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
Zubereitung:
- Blanchiere die Bohnen drei bis vier Minuten in kochendem Salzwasser. Schrecke sie dann in Eiswasser ab und lasse sie in einem Sieb abtropfen.
- Tupfe den Thunfisch trocken. Bestreue ihn großzügig mit Salz und Pfeffer.
- Stelle die Herdplatte auf die höchste Stufe. Erhitze die Pfanne, bis sie richtig heiß ist. Gib das Olivenöl hinein und brate den Thunfisch darin exakt 90 Sekunden von jeder Seite. Nimm ihn heraus und lasse ihn für zwei Minuten ruhen.
- Reduziere die Hitze auf mittlere Stufe und gib Butter in die Pfanne, in der du gerade den Fisch angebraten hast. Sobald sie geschmolzen ist, gibst du die Kapern hinzu und lässt sie für eine Minute anrösten. Schmecke mit Zitronensaft und Senf ab, lasse die Sauce kurz aufkochen und nimm dann die Pfanne vom Herd.
- Richte die Bohnen auf dem Teller an. Lege den Thunfisch darauf und träufle die Kapernsauce darüber – fertig.
Der Thunfisch verträgt nicht zu viel Hitze. Sein Inneres sollte zart und rosig, fast roh bleiben. Wenn du es durchbraten lässt, wird es pappig. Sei lieber mutig, denn Thunfisch kann auch roh verzehrt werden.
8. Ratatouille provençal
Vegan · Küche: Französisch · Aufwand: ★★★ · Zeit: 45 Minuten
Viele Menschen bereiten Ratatouille als Eintopf zu, doch das entspricht nicht dem Originalrezept. Wenn du jedes Gemüse einzeln anbrätst und erst am Schluss zusammenbringst, erlebst du den einzigartigen Geschmack, der dieses Gericht ausmacht.
Zutaten:
- Eine kleine Aubergine (etwa 150 Gramm)
- Ein kleiner Zucchino (etwa 150 Gramm)
- Eine rote Paprikaschote
- Zwei reife Tomaten
- Eine Schalotte zwei Knoblauchzehen
- Frischen Thymian und Rosmarin, frisches Basilikum
- Drei bis vier Esslöffel Olivenöl
- Salz, schwarzer Pfeffer und Zucker zum Abschmecken
Zubereitung:
- Schneide Aubergine und Zucchino in etwa zwei Zentimeter große Würfel. Salze die Aubergine, lasse sie für etwa zehn Minuten ziehen und tupfe sie dann trocken.
- Hacke den Knoblauch und die Schalotte in sehr feine Stücke.
- Schneide die Tomaten in etwa einen Zentimeter große Würfel.
- Brate zuerst die Aubergine in einer großen Pfanne mit einem Esslöffel Olivenöl bei starker Hitze für etwa fünf Minuten von allen Seiten goldbraun an. Nimm die Auberginenstücke dann heraus und stelle sie zur Seite.
- Brate die Zucchini- und Paprikawürfel in der gleichen Pfanne mit einem weiteren Esslöffel Olivenöl von allen Seiten kurz an und nimm sie ebenfalls heraus.
- Jetzt schwitzt du die Schalotten- und Knoblauchstücke im verbleibenden Öl glasig an. Dann gibst du die gewürfelten Tomaten dazu, legst den Thymian und den Rosmarin hinein und lässt die Mischung für zehn Minuten bei mittlerer Hitze köcheln, bis eine sämige Sauce entsteht.
- Dann gibst du das angebratene Gemüse zurück in die Pfanne, rührst es vorsichtig unter und schmeckst mit Salz, Pfeffer sowie Zucker ab.
- Zum Schluss streust du frisch gezupfte Basilikumblätter darüber und genießt die echte Ratatouille. Ob du sie gleich warm isst oder erst abkühlen lässt, bleibt dir überlassen.
Auch die Ratatouille schmeckt durchgezogen noch besser. Wenn du sie am Abend kochst und am nächsten Mittag isst, erlebst du das Gericht in seiner Vollendung.

9. Gegrillte Makrele mit Senf-Kräuter-Kruste und Gurken-Dill-Salat
Multivor · Küche: Nordeuropäisch · Aufwand: ★★★ · Zeit: 30 Minuten
Die Makrele ist einer der fettreichsten und geschmackvollsten Fische überhaupt. Weil sie kräftige Aromen verträgt, sind Senf und Kräuter naheliegende Ergänzungen. Im Sommer ist sie sehr frisch und außerdem preiswert erhältlich.
Zutaten:
- Eine frische Makrele (etwa 300 Gramm, ausgenommen)
- Ein Teelöffel körniger Dijon-Senf
- Frischer Thymian, frische Petersilie
- Ein Esslöffel Olivenöl
- Eine halbe Salatgurke
- Zwei Esslöffel Weißweinessig
- Ein Teelöffel Zucker
- Frischer Dill
- Salz, schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
Zubereitung:
- Wasche Dill, Thymian und Petersilie. Schneide sie dann klein und bewahre sie separat auf.
- Hoble die Gurke in dünne Scheiben, vermische sie mit Essig, Zucker und Salz, lasse sie für fünfzehn Minuten ziehen. Hebe dann den Dill unter.
- Salze und pfeffere die Makrele von innen und außen. Vermenge den Senf, den Thymian und die Petersilie und trage die Mischung großzügig auf der Hautseite der Makrele auf.
- Erhitze den Grill oder eine Grillpfanne auf der höchsten Stufe. Lege die Makrele mit der Hautseite nach unten auf. Du darfst sie nicht bewegen, damit sie richtig schön knusprig wird. Nach vier bis fünf Minuten wendest du sie und brätst sie von der anderen Seite für weitere zwei bis drei Minuten.
- Richte die Makrele mit dem Gurkensalat auf dem Teller an. Dazu passt ein Stück Roggenbrot oder Pellkartoffeln.
Wenn das Fleisch der Makrele an der dicksten Stelle undurchsichtig weiß wird, ist der Fisch gar. Brätst du ihn danach weiter, wird er trocken.
Frische Zutaten gibt es nicht nur im Beet und auf dem Feld. Auch das Wasser bietet jetzt eine reiche Auswahl an Delikatessen.
10. Türkisches Shakshuka mit Sommergemüse und Feta
Vegetarisch · Küche: Levantinisch/Türkisch · Aufwand: ★★★ · Zeit: 35 Minuten
Die Shakshuka ist ein Gericht, das aussieht, als sei seine Zubereitung sehr kompliziert – dabei ist das genaue Gegenteil der Fall, weil alles fast von allein kocht.
Zutaten:
- Zwei reife Tomaten
- Eine rote Paprikaschote
- Zwei Eier
- Vierzig Gramm Feta
- Eine Schalotte
- Eine Knoblauchzehe
- Ein Teelöffel geräuchertes Paprikapulver
- Ein halber Teelöffel Kreuzkümmel
- Eine Prise Pul Biber oder Cayennepfeffer
- Frische Petersilie oder Koriander
- Ein Esslöffel Olivenöl
- Salz
Zubereitung:
- Hacke die Schalotte und den Knoblauch fein und schwitze sie im Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig.
- Schneide den Paprika in dieser Zeit in kleine Würfel, gib ihn in die Pfanne und lasse ihn fünf Minuten mitbraten.
- Währenddessen hackst du die Tomaten grob und gibst sie dann dazu. Schmecke mit dem Salz und den Gewürzen ab und lasse alles für zehn Minuten bei kleiner Hitze vor sich hin köcheln, damit eine sämige Sauce entsteht.
- Drücke dann mit einem Löffel zwei flache Mulden in die Sauce. In diese lässt du vorsichtig zwei aufgeschlagene Eier hineingleiten.
- Lege jetzt den Deckel auf die Pfanne und lasse die Sauce vier bis fünf Minuten weiterköcheln, bis das Eiweiß stockt, das Eigelb aber noch flüssig ist.
- Bröckle jetzt den Feta darüber und bestreue das Gericht mit Kräutern.
- Iss das Gericht direkt aus der Pfanne mit Fladenbrot oder Sauerteigbrot.
Wenn du den Deckel weglässt, stockt das Ei nicht richtig. Damit es die gewünschte Konsistenz erhält, darf außerdem die Gartemperatur nicht zu hoch sein.

11. Japonaise-Sommersuppe: Hiyashi Chuka (Kalte Ramen)
Multivor möglich / vegan variierbar · Küche: Japanisch · Aufwand: ★★★★ · Zeit: 40 Minuten
Eines der beliebtesten japanischen Sommergerichte ist Hiyashi Chuka, kalt servierte Ramen. Die Sauce dazu ist süß-sauer-salzig, die Einlagen sind bunt und frisch.
Zutaten:
- 80 Gramm Ramen-Nudeln (oder dünne Weizennudeln)
- Ein Ei (für die vegane Variante lässt du es einfach weg)
- Eine kleine Karotte
- Eine halbe Salatgurke
- Vier Kirschtomaten
- Zwei Esslöffel Sojasauce
- Ein Esslöffel Reisessig
- Ein Esslöffel Sesamsauce (Neri Goma)
- Ein Esslöffel Wasser
- Ein Teelöffel Sesamöl
- Ein Teelöffel Zucker
- Gerösteter Sesam
- Etwas Ingwer
Zubereitung:
- Verrühre Sojasauce, Reisessig, Sesamsauce, Zucker, Sesamöl und Wasser gut, bis der Zucker gelöst ist, und stelle die Mischung kalt.
- Schneide die Karotte und die Gurke in Juliennes (feine Streifen).
- Blanchiere die Karottenstifte für eine Minute in kochendem Salzwasser. Schrecke sie dann in Eiswasser ab und lasse sie abtropfen.
- Verquirle das Ei in einer Schüssel. Brate es dann in einer beschichteten Pfanne zu einem dünnen Omelett. Lasse es abkühlen, rolle es auf, schneide es in feine Streifen.
- Koche die Nudeln nach Anleitung, schrecke sie dann in Eiswasser ab und lasse sie gut abtropfen.
- Richte die Nudeln in einer Schale an, lege Gurke, Karotte, Eistreifen und Kirschtomaten fächerförmig darauf und träufle die Sauce darüber. Streue den Sesam über das Gericht. Wenn du magst, reibst du noch etwas Ingwer zum Abschluss.
Die Fächer aus Gemüse und Omelett sorgen für den optischen Reiz des Gerichts. Sie mischen sich beim Essen Happen für Happen unter die Nudeln.
Das einfachste und das aufwendigste Rezept in diesem Heft haben dieselbe Grundlage: die beste verfügbare Zutat, zur richtigen Zeit.
12. Sommerliche Tarte Tatin von Kirschtomaten und Ziegenfrischkäse
Vegetarisch · Küche: Französisch · Aufwand: ★★★★ · Zeit: 60 Minuten
Die originale Tarte Tatin wird mit Äpfeln hergestellt. Dieses sommerliche Rezept interpretiert das Gericht mit Kirschtomaten und Ziegenfrischkäse. Das Besondere an diesem Gericht ist das Karamellisieren der Tomaten. Der Aufwand dafür ist überschaubar, das Ergebnis ziemlich lecker.
Zutaten:
- 100 Gramm Blätterteig aus der Kühltheke (den Rest frierst du ein)
- 150 Gramm Kirschtomaten
- 60 Gramm Ziegenfrischkäse
- Ein Esslöffel Butter
- Ein Teelöffel Zucker
- Drei bis vier Zweige frischer Thymian
- Eine Knoblauchzehe
- Salz, schwarzer Pfeffer, zum Abschmecken
- Balsamicocreme zum Anrichten
Zubereitung:
- Heize den Ofen bei Ober- und Unterhitze auf 200 Grad vor.
- Wasche die Kirschtomaten und halbiere sie.
- Zupfe den Thymian ab und wasche ihn. Schneide Knoblauch und Thymian in sehr feine Stücke.
- Schmelze die Butter in einer kleinen Tarteform (16 Zentimeter Durchmesser) oder einer feuerfesten Pfanne auf dem Herd. Streue den Zucker ein und lasse ihn kurz karamellisieren. Dann rührst du Knoblauch und Thymian ein.
- Setze die halbierten Kirschtomaten dicht aneinander in die Form. Salze und pfeffere sie.
- Bröckle den Ziegenfrischkäse über die Tomaten. Er darf ruhig in die Zwischenräume fallen.
- Schneide den Blätterteig auf die Größe der Form zu. Lege ihn wie eine Decke über die Tomaten und den Käse. Stecke die Ränder leicht ein.
- Backe die Tarte im vorgeheizten Ofen für 20 bis 25 Minuten, bis der Teig goldbraun ist.
- Nimm sie aus dem Ofen und lasse sie für fünf Minuten abkühlen. Dann legst du einen Teller auf die Form und wendest ihn mitsamt der Form, um die Tarte auf den Teller zu stürzen.
- Garniere mit frischem Thymian und einem Hauch Balsamicocreme. Iss die Tarte sofort.
Das Stürzen der Tarte erfordert etwas Mut und viel Schwung. Wenn es misslingt, schmeckt das Gericht trotzdem.gut.

Zum Abschluss
Drei Kostformen, sechs Küchen, zwölf Rezepte. Sie alle verbindet das Prinzip der Sommerküche: Respekt vor der Eigenart der Zutat. Eine Tomate, die auf deinem Balkon gereift ist, braucht keine Sauce, um zu schmecken. Den Zucchino vom Markt musst du nicht mit vielen Kräutern und Olivenöl aufpeppen. Die frische Makrele schmeckt, wie sie ist – ohne Emulgatoren, Stabilisatoren und Geschmacksverstärker.
Regionale und saisonale Küche ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes. In erster Linie ist sie ein kulinarisches Statement, denn mit den besten Zutaten der Saison gelingen die leckersten Gerichte. Das war schon immer so. Wir haben das nur vor lauter prall gefüllter Tiefkühlregale vergessen. Der Sommer erinnert uns wieder daran – mit all seiner Kraft.
Welches Rezept reizt dich am meisten?
Quellen
Barilla Center for Food & Nutrition Foundation / WWF Studien zu Ernährung, Klima und der Doppelpyramide. Laufend aktualisiert – Die Barilla Center for Food & Nutrition Foundation entwickelte gemeinsam mit Fachpartnern das Konzept der „Doppelpyramide“, das zeigt, dass eine pflanzenreiche, saisonale, mediterrane Ernährung sowohl gesünder als auch klimafreundlicher ist als eine fleischlastige westliche Ernährung. Eine genaue, einzelne Prozentzahl für die CO₂-Einsparung ließ sich keiner konkreten, datierbaren Publikation eindeutig zuordnen; die grundsätzliche Richtung, mediterrane Ernährung verursacht deutlich weniger Emissionen, ist jedoch in mehreren unabhängigen Studien bestätigt. Die kulinarischen Traditionen im Mittelmeerraum, auf denen viele der hier vorgestellten Rezepte basieren, sind auch ökologisch sinnvoll.
Bundeszentrum für Ernährung (BZfE):Der Saisonkalender. Einkaufshilfe für saisonales Obst und Gemüse. Laufend aktualisiert, bmel.de – Der Saisonkalender des BMEL listet monatlich auf, welche Obst- und Gemüsesorten in Deutschland und angrenzenden europäischen Regionen gerade Saison haben. Er ist Grundlage der im Artikel beschriebenen saisonalen Verfügbarkeiten und dient als praktische Einkaufsreferenz für alle, die saisonal kochen wollen. Für den Sommer (Juni bis September) sind dies insbesondere: Tomaten, Paprika, Zucchini, Auberginen, Gurken, Bohnen, Mais, Erbsen, Fenchel, Beeren, Steinobst und Melonen.
nachhaltigkeit-mit-kopf.de: Nachhaltige Ernährung: Der ultimative Guide für umweltbewusste Ernährung. 2025, laufend aktualisiert, basierend auf ifeu-Daten – Die detaillierte Aufbereitung der ifeu-Daten zeigt: Saisonalität hat in der Regel einen größeren Einfluss auf die Klimabilanz als Regionalität allein. Ein regional angebauter Apfel, der monatelang im Kühlhaus lagert, kann eine schlechtere CO₂-Bilanz aufweisen als ein saisonaler Apfel aus dem benachbarten Ausland. Die Kombination aus Saisonalität und Regionalität ergibt die beste Klimabilanz, realisierbar vor allem durch den Kauf auf Wochenmärkten.
Reinhardt, Guido et al:. Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland. ifeu, Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Heidelberg, 2020 – Die umfassendste deutsche Studie zum CO₂-Fußabdruck von Lebensmitteln untersuchte 200 Nahrungsmittel entlang ihrer gesamten Produktionskette. Zentrale Befunde für diesen Artikel: Frische, saisonal und regional angebaute Lebensmittel haben deutlich bessere Klimabilanzen als außersaisonale oder importierte Ware. Kirschtomaten im Sommer: 0,3 kg CO₂/kg. Dieselbe Tomate außerhalb der Saison aus dem beheizten Gewächshaus: bis zu 3 kg CO₂/kg. Frische Flugananas: mehr als 25-mal schlechter als per Schiff importierte. Studienleiter Guido Reinhardt: „Die Klimabilanz hängt oft weniger am Produkt als daran, wo und wie es angebaut wurde.“
Alle verlinkten Quellen wurden im August 2026 abgerufen. Die Inhalte geben den Stand der wissenschaftlichen Diskussion zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.
Fotos von Karolina Grabowska, Olivie Strauss, Jez Timms, Jan Gemerle, amirali mirhashemian, Curated Lifestyle und Hans auf Unsplash

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Foto von Isabel Nunes-Šaj

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